Zur Geschichte der Schule

 

Aus der Schulchronik der Schule in Fürstenhagen

Aus der Schulchronik der Schule in Quentel

Seit wann gibt es eigentlich...?

Geschichten aus dem Schulalltag

 

Aus der Schulchronik der Schule in Fürstenhagen

Nach 1650 ist in den erhaltenen Unterlagen zum ersten Mal ein Lehrer in Fürstenhagen erwähnt: Der Küster und Schuldiener Johannes Gießeler wohnt und arbeitet in dem "Schul- und Hirtenhaus" auf der Südseite des Kirchhofes (Grußkarte kleines Bild oben links).

1829 wird der Fachwerkbau auf der Ostseite des Kirchhofes mit einem Klassensaal errichtet. (Grußkarte unten links, 1988 abgerissen).

1842 wird ein zweiter Klassensaal nach Norden hin angebaut.

1886 wird an der Stelle des ersten Schulhauses ein massives Backsteingebäude als zweites Schulhaus mit einem Klassenraum errichtet. (Grußkarte kleines Bild links in der Mitte, heute Pfarrhaus)

1.11.1945 Beginn des ersten Schuljahres nach dem Krieg
189 Kinder besuchen die Schule. Von den bisherigen Stelleninhabern werden zwei zunächst nicht zum Dienst zugelassen, einer befindet sich noch in Gefangenschaft. Marie Labahn unterrichtet alle Schüler alleine in drei, ab Februar in vier Klassen. Die "Großen" haben dienstags, donnerstags und samstags, die Grundschüler montags, mittwochs und freitags Unterricht. Um den Stand der Ernährung festzustellen, werden die Schüler monatlich gewogen und gemessen.
 
10.10.1946 Beginn des Schuljahres 1946/47
261 Kinder besuchen die Schule, darunter viele Heimatvertriebene. Vier Lehrkräfte unterrichten die acht Schuljahre in sechs Klassen vormittags und nachmittags in drei Räumen. An der Schulspeisung nehmen 170 bis 200 Kinder teil. Am 12.5.1947 findet die erste Sitzung des neu gewählten Elternbeirates statt. In den oberen Klassen werden Vertrauensschüler gewählt. Die Schule nimmt am Sportfest "Erstes Meißnerfest der Schulen des Kreises Witzenhausen" teil.
 
14.10.1947 Beginn des Schuljahres 1947/48/49
276 Kinder besuchen die Schule, darunter auch 14 Hirschhagener Kinder. Weiterhin unterrichten vier Lehrkräfte sechs Klassen. Die Lehrer unterrichten 30, die Lehrerinnen 28 Wochenstunden. Einige Fächer fallen aus oder werden mit weniger Stunden als vorgeschrieben unterrichtet. Weihnachten 1947 findet eine Schulfeier im Vogt'schen Saale statt. Es fehlt im Ort ein geeigneter Raum für derartige Feiern. Das Schuljahr hat drei Halbjahre, da der Schuljahresbeginn wieder ins Frühjahr verlegt wird. Die Schulweihnachtsfeier 1948 wird drei Mal dargeboten.
 
1.4.1949 Beginn des Schuljahres 1949/50
319 Kinder besuchen die Schule. Im Juni beginnt der lange ersehnte Schulneubau. Durch Schulentlassung im Herbst und die Fertigstellung der Lager Herzog und Waldhof verringert sich die Zahl der Schüler zum 1. November auf 271.
Am 11. und 12. März wird das neue Schulgebäude eingeweiht und am 13. März von Lehrkräften und Schülern bezogen.

 
18.4.1950 Beginn des Schuljahres 1950/51
310 Kinder besuchen die Schule. Darunter sind 51 Flüchtlinge und 29 Gastschüler. Sieben Klassen werden in 4 Räumen im Schichtunterricht vormittags und nachmittags unterrichtet. 
 
4.1951 Beginn des Schuljahres 1951/52
297 Kinder besuchen die Schule. Der Schulbetrieb leidet unter Lärm und Dreck der regen Bautätigkeit (2. und 3. Bauabschnitt: Anbau zweier Klassenräume, Fertigstellung des Saales, Bau des Lehrerhauses, Badeanlage im Kellergeschoss). 

 
5.4.1952 Beginn des Schuljahres 1952/53
289 Kinder besuchen die Schule. Die Weihnachtsfeier findet erstmals im neuen eigenen Schulsaal statt. Die Bauarbeiten schreiten voran und können im Januar 1953 abgeschlossen werden.
 
15.4.1953 Beginn des Schuljahres 1953/54
280 Kinder besuchen die Schule. 
 
1.4.1954 Beginn des Schuljahres 1954/55
268 Kinder besuchen die Schule. Schulhof und Schulgarten sind inzwischen hergerichtet und werden eingezäunt. Die Schulstraße wird asphaltiert und mit einem Bürgersteig versehen.
 
19.4.1955 Beginn des Schuljahres 1955/56
243 Kinder besuchen die Schule. 
 
12.4.1956 Beginn des Schuljahres 1956/57
242 Kinder besuchen die Schule. 
 
4.1957 Beginn des Schuljahres 1957/58
228 Kinder besuchen die Schule. Aufgrund der Schülerzahlen wäre eine 7. Lehrerplanstelle erforderlich, die aber nicht eingerichtet wird. Lehrer Höhmann wird als Kandidat des Bundestages zunächst beurlaubt, scheidet dann als Mitglied des Bundestages aus dem Schuldienst aus.
 
15.4.1958 Beginn des Schuljahres 1958/59
225 Kinder besuchen die Schule. Am 19. August "überfällt" ein schweres Unwetter Fürstenhagen.
 
9.4.1959 Beginn des Schuljahres 1959/60
224 Kinder besuchen die Schule. Als Klassenhöchstgrenze wird vom Ministerium die Zahl 50, als Mindestgrenze die Zahl 26 gesetzt. Der Chronist äußert sich unzufrieden über den häufigen Lehrerwechsel, den er durch die Personalpolitik des Schulamtes mit verursacht sieht.
 
27.4.1960 Beginn des Schuljahres 1960/61
214 Kinder besuchen die Schule. Am 15. Oktober wird der Grundstein für die Mehrzweckhalle gelegt. Ende Februar 1961 geht Schulleiter Orth in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Karl Brückmann.

Schulleiter Orth

Schulleiter Brückmann

Lehrerin Labahn

 
12.4.1961 Beginn des Schuljahres 1961/62
227 Kinder besuchen die Schule. 
 
23.4.1962 Beginn des Schuljahres 1962/63
230 Kinder besuchen die Schule. Vom 27. bis zum 30. Juli findet die 650-Jahrfeier Fürstenhagens statt. Partnergemeinde wird Schlierbach in Österreich. Die Mehrzweckhalle wird eingeweiht: "Dieses Bürgerhaus hat die Gemeinde mit Hilfe der Hessischen Landesregierung geschaffen. Es dient der Freizeiterfüllung, dem Spiel und der Erholung, der Volksbildung, der Gesundheit, dem Wohle der Jugend und der Festigung der Gemeinschaft." Im September wird Frau Labahn feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Eine Fahrt der Schülerlotsen des Kreises Witzhausen endet feierlich in Fürstenhagen, da hier der Schülerlotsendienst des Kreises eingerichtet worden ist.
 
18.4.1963 Beginn des Schuljahres 1963/64
233 Kinder besuchen die Schule. 
 
7.4.1964 Beginn des Schuljahres 1964/65
Etwa 234 Kinder besuchen die Schule. Das neunte Schuljahr wird eingeführt. Rektor Brückmann wehrt sich zunächst wegen Raummangels. Ein Erweiterungsbau wird in Aussicht gestellt. Bis dahin soll der Bodenraum als Klassenraum dienen. Im Oktober werden die Schulen des Kreises wegen fieberhafter Magen- und Darmerkrankungen für zwei Wochen geschlossen. 
 
21.4.1965 Beginn des Schuljahres 1965/66
244 Kinder besuchen die Schule. Im Sommer finden Bundesjugendspiele statt. In den Sommerferien findet eine Versammlung der Eltern der Quentler Kinder statt, die den Anschluss an Fürstenhagen mit Stimmenmehrheit beschließt. Die Gemeindevertretung fasst den gleichen Beschluss.
 
1.4.1966 Beginn des Kurzschuljahres 1966
In der Bundesrepublik wird der Schuljahresbeginn vom Frühjahr auf den Herbst verlegt. Zur Überleitung gibt es zwei Kurzschuljahre von je acht Monaten. Das Schuljahr endet am 30.11.1966. Zum ersten Mal wird ein Jahrgang zweizügig geführt. Im Juni findet der Festakt zur Verschwisterung mit der Gemeinde Orgelet in Frankreich statt. 
 
1.12.1966 Beginn des zweiten Kurzschuljahres 1966/67
272 Kinder besuchen die Schule. Das Schuljahr dauert bis zum 31. Juli. Am 19. Juni ist Katastrophenalarm in Fürstenhagen wegen Hochwassers. Die Brücken stehen tief unter Wasser. 12 Schüler aus der Partnergemeinde Orgelet besuchen Fürstenhagen. Anschließend fahren 12 Schüler aus Fürstenhagen für 2 Wochen nach Orgelet.
 
1.8.1967 Beginn des Schuljahres 1967/68
Seit dem 19. Oktober besuchen 349 Kinder die Schule. Am 19. August verunglückt der Schulleiter von Quentel, Oskar Günther, mit seiner Familie bei einem Autounfall tödlich. Seit dem 19. Oktober wird die Oberstufe der Quenteler Volksschule (31 Schüler und Schülerinnen) in die Fürstenhagener Schule eingewiesen. Die Unterstufe (ca. 30 Kinder) soll folgen, sobald der Erweiterungsbau in Fürstenhagen fertig ist. Im Laufe des Schuljahres gerät der Erweiterungsbau in Zweifel, der "Kampf um die Schulerweiterung" setzt ein, da im Kreis das "Gesamtschulproblem" auftritt: Nach dem 4. Schuljahr sollen die Kinder ursprünglich nach Rommerode oder Walburg gehen, da die Einrichtung einer Förderstufe in Fürstenhagen aufgrund der Schülerzahlen nicht möglich ist. Dann kommt die Stadtschule Hessisch Lichtenau ins Gespräch. Auf Bürgerversammlungen kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen. Es wird u.a. vorgeschlagen, über die Kreisgrenze hinaus mit Eschenstruth eine Förderstufe zu bilden. Über 1100 Unterschriften der Eltern werden für den Erhalt der Schule gesammelt. Eine Antwort bleibt zunächst noch aus. Am Ende des Schuljahres tritt Rektor Brückmann in den Ruhestand.

Demonstration in Fürstenhagen für die Schulerweiterung

 
1.8.1968 Beginn des Schuljahres 1968/69
351 Kinder besuchen die Schule in 12 Klassen. Kurt Hiese übernimmt die Schulleitung. Nach den Weihnachtsferien besuchen die Kinder aus Hirschhagen auf Anordnung des Regierungspräsidenten den Unterricht in Hessisch Lichtenau.
 
8.1969 Beginn des Schuljahres 1969/70
333 Kinder besuchen die Schule, darunter jetzt auch die Quenteler Grundschulkinder. Die 5. Klassen besuchen von nun an die Förderstufe in Hessisch Lichtenau. Die Schule Fürstenhagen wird nach und nach zur reinen Grundschule. Es unterrichten 8 Lehrkräfte. Schulleiter Hiese beschreibt den äußerlich schlechten Zustand der Schule und wirft der Gemeinde vor, so gut wie nichts für die Schule aufzuwenden. Am 1.1.1970 übernimmt der Kreis kraft Gesetzes die Schulträgerschaft. Wegen fehlender Räume wird auch im Gemeinderaum der Kirche, im Sitzungssaal der Gemeindevertretung und in der Dienstwohnung des Ortsbrandmeisters unterrichtet.
 
8.1970 Beginn des Schuljahres 1970/71
288 Kinder besuchen die Schule. Sie werden von 9 Lehrkräften unterrichtet.
 
8.1971 Beginn des Schuljahres 1971/72
250 Kinder besuchen die Schule. Sie werden von 8 Lehrkräften unterrichtet. Im Herbst beginnt der Aus- und Umbau der Schule. Im Sommer 1971 ist eine Schulklasse aus Orgelet zu Besuch. Im folgenden Frühjahr besucht die 8. Klasse aus Fürstenhagen Orgelet.
 
8.1972 Beginn des Schuljahres 1972/73
229 Kinder besuchen die Schule. Sie werden von 7 Lehrkräften unterrichtet. Im September wird der Erweiterungsbau (Pavillon) seiner Bestimmung übergeben, der Altbau ist renoviert. Die Aus- und Umbaukosten betragen ca. 1,2 Millionen DM. Die Einweihungsfeier findet am 28.Oktober statt. Gäste aus Orgelet pflanzen eine Vogesentanne. Vertreter aus Schlierbach sind verhindert. Sie lassen eine Lärche pflanzen. Die Schule pflanzt dazu eine hessische Fichte. Alle drei Bäume zwischen dem Pavillon und dem damaligen Lehrerhaus sind heute nicht mehr da. Im April sind Schülerinnen und Schüler aus Orgelet zu Gast.

neue Bäume zur Einweihung des Pavillon

Schulleiter Hiese

Klasse im neuen Pavillon mit Lehrer Diederich
 
8.1973 Beginn des Schuljahres 1973/74
218 Kinder besuchen die Schule. Sie werden von 7 Lehrkräften unterrichtet. Im Frühjahr machen 29 Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse 9 eine Studienfahrt nach Orgelet. Anschließend besuchen 37 Schülerinnen und Schüler und vier Lehrkräfte aus Orgelet Fürstenhagen.
 
8.1974 Beginn des Schuljahres 1974/75
206 Kinder besuchen die Schule. Sie werden von 7 Lehrkräften unterrichtet. Für die Klassen 3 und 4 werden in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Witzenhausen Französischkurse auf freiwilliger Basis durchgeführt. Im Frühjahr besuchen Schülerinnen und Schüler aus Orgelet Fürstenhagen.
 
8.1975 Beginn des Schuljahres 1975/76
201 Kinder besuchen die Schule. Sie werden von 7 Lehrkräften unterrichtet. Im April fahren 27 Jugendliche aus Fürstenhagen nach Orgelet.
 
8.1976 Beginn des Schuljahres 1976/77
209 Kinder besuchen die Schule. Sie werden von 5 Lehrkräften unterrichtet. Im Frühjahr besuchen 36 Schülerinnen und Schüler aus Orgelet Fürstenhagen.
 
8.1977 Beginn des Schuljahres 1977/78
209 Kinder besuchen die Schule. Sie werden von 6 Lehrkräften unterrichtet. Zum Schuljahresbeginn wird die 5-Tage-Woche genehmigt und eingeführt. In den Osterferien besuchen 38 Jugendliche aus Fürstenhagen Orgelet.
 
8.1978 Beginn des Schuljahres 1978/79
189 Kinder besuchen die Schule. Sie werden von 10 Lehrkräften unterrichtet. Dazu gezählt sind eine Referendarin und 4 Lehrkräfte mit Angestelltenverträgen, die nicht die volle Stundenzahl unterrichten. Der Rückgang der Schülerzahlen ist durch den schrittweisen Abbau der Hauptschule bedingt. Am 10. Juli 1979 wird Rektor Hiese in den Ruhestand verabschiedet. 
 
8.1979 Beginn des Schuljahres 1979/80
163 Kinder besuchen die Schule, darunter 31 aus Quentel. Die zahlenmäßig stärkste Klasse hat 31, die schwächste 24 Kinder. Der bisherige Konrektor Heinrich Walther übernimmt als Hauptlehrer die Schulleitung. Wegen rückgängiger Schülerzahlen wird die Konrektorstelle ersatzlos gestrichen. 11 türkische Kinder können wegen mangelnder Deutschkenntnisse nicht jahrgangsgemäß den Klassen zugeteilt werden. Sie erhalten zusätzlich muttersprachlichen Unterricht. In den Pausen können die Kinder beim Hausmeister Getränke kaufen. Der Elternbeirat führt die Elternspende ein. Die Kinder der 4. Klassen legen in Hessisch Lichtenau die Radfahrprüfung ab. Auf Initiative der Schüler, Lehrkräfte und Eltern werden auf den Schulhof in Fürstenhagen zu Übungszwecken ein Verkehrsparcours und im Werkunterricht Verkehrsschilder erstellt.
 
20.8.1980 Beginn des Schuljahres 1980/81
149 Kinder besuchen die Schule, darunter 28 aus Quentel. Der Elternbeirat spendet fünf Bänke für den Schulhof und bringt sie an der Wand zum Altbau an. Im Juni findet das erste Schulfest statt. 
 
26.8.1981 Beginn des Schuljahres 1981/82
126 Kinder besuchen die Schule. Über die Stundentafel hinaus können die Arbeitsgemeinschaften "Chor und Orff", "Fotografie", "Kunst" und "Handpuppen" angeboten werden. Die künftigen Schulanfänger besuchen die erste Klasse und schauen sich im Schulgebäude um.
 
8.1982 Beginn des Schuljahres 1982/83
110 Kinder besuchen die Schule.  Am 17. September stirbt der Rektor im Ruhestand Karl Brückmann. Der Elternbeirat stellt 1.400 DM für Klassenbüchereien zur Verfügung. Die künftigen Schulanfänger besuchen die Schule.
 
8.1983 Beginn des Schuljahres 1983/84
102 Schüler besuchen die Schule. Am 11. April stirbt der ehemalige Schulleiter Ludwig Orth. Die 4. Klasse macht eine Abschlussfahrt zum Frankfurter Flughafen und zum Opel-Zoo.
 
8.1984 Beginn des Schuljahres 1984/85
110 Kinder besuchen die Schule. Die 4. Klasse macht eine Abschlussfahrt in die Rhön.
 
8.1985 Beginn des Schuljahres 1985/86
104 Kinder besuchen die Schule. Die künftigen Schulanfänger besuchen die Schule. Die Theater-AG führt im Juni das Märchen "König Drosselbart" auf.
 
7.8.1986 Beginn des Schuljahres 1986/87
116 Kinder besuchen die Schule. Aus der Elternspende werden für ca. 2.800 DM für alle Klassen Regale mit Fächern für jedes Kind angeschafft. Im Oktober werden die Fenster des Altbaues teilweise erneuert. Die Chor- und Orff-AG nimmt im November am Treffen hessischer Schulchöre in Bad Sooden-Allendorf teil. 
 
5.8.1987 Beginn des Schuljahres 1987/88
113 Kinder besuchen die Schule. Die Chor- und Orff-AG nimmt im November am Treffen hessischer Instrumentalgruppen in Bad Sooden-Allendorf teil. Die 4. Klassen fahren im Juli für vier Tage ins Jugenddorf Hoher Meißner.
 
7.9.1988 Beginn des Schuljahres 1988/89
131 Kinder besuchen die Schule, darunter 21 Aussiedlerkinder. In den Sommerferien sind die ersten Aussiedlerfamilien aus der Sowjetunion und aus Polen im Auguste-Förster-Haus eingetroffen. Die Kinder sprechen nicht oder kaum Deutsch. Kinder der 4. Klassen nehmen im Mai am Fußballturnier in Reichensachsen teil.
 
8.1989 Beginn des Schuljahres 1989/90
139 Kinder besuchen die Schule, darunter 30 Um- und Aussiedler. Nach den Herbstferien steigt die Zahl auf 147. Im Rahmen einer Jugendbuchwoche besuchen die Autoren Frederik Hetmann und Dietrich Seiffert die Schule. Aus der Elternspende wird für ca. 3.000 DM ein Brennofen für Tonarbeiten angeschafft. 
 
20.8.1990 Beginn des Schuljahres 1990/91
144 Kinder besuchen die Schule, darunter 46 Um- und Aussiedler. Wegen des Golfkrieges fallen in diesem Jahr alle Karnevalsveranstaltungen aus. Die Zahl der Aussiedlerkinder steigt im Laufe des Schuljahres auf 55. Die Verweildauer der Familien im Übergangswohnheim beträgt im Durchschnitt etwa knapp ein Jahr. Durch das ständige Kommen und Gehen entsteht viel Unruhe in den einzelnen Klassen. Herr Hagedorn vom Regierungspräsidium und Herr Brendel vom Schulamt informieren sich vor Ort und sagen weitere Hilfe hinsichtlich der Versorgung mit Lehrkräften zur Betreuung der Aussiedlerkinder zu. 
 
12.8.1991 Beginn des Schuljahres 1991/92
149 Kinder besuchen die Schule, darunter 62 Aussiedler (etwa 42 %). Die 4. Klassen verbringen drei Tage im Jugenddorf Hoher Meißner. Der Jugendbuchautor Edgar Wüpper besucht die Schule. Die Schule nimmt mit 16 Kindern am Geräteturnfest in Eschwege teil. In den Sommerferien werden beide Heizungskessel erneuert.
 
3.8.1992 Beginn des Schuljahres 1992/93
140 Kinder besuchen die Schule, darunter 53 Aussiedler. Nachdem drei Lehrkräfte den Schwimmschein erworben haben, findet an der Schule Schwimmunterricht für die vierten Klassen statt. Die Autorin Roswitha Fröhlich liest im Oktober für die 3. und 4. Klassen.  Die 3. Klassen fahren im Juni für drei Tage ins Jugenddorf Hoher Meißner. Der Schulhof liegt trist da. Die Teerdecke ist überall aufgeplatzt. Das Kollegium und einige Eltern ergreifen die Initiative für seine Erneuerung.
 
6.9.1993 Beginn des Schuljahres 1993/94
147 Kinder besuchen die Schule, darunter 49 Aussiedler. Neuen pädagogischen Bestrebungen (Grundschulenglisch, Schule mit festen Öffnungszeiten, Integrationsklassen) steht eine mangelhafte Lehrkräfteversorgung entgegen. Es wird eine Schulhof-AG von Lehrkräften und Eltern gegründet und ein Plan zur Neugestaltung des Schulhofes erstellt. Im Dezember tagt zum ersten Mal die neu eingerichtete Schulkonferenz. 
 
29.8.1994 Beginn des Schuljahres 1994/95
161 Kinder besuchen die Schule, darunter 48 Aussiedler. Auf dem Schulhof wird für ca. 2.000 DM aus der Elternspende ein Spielhäuschen errichtet. Zum Ende des Schuljahres geht Hauptlehrer Heinrich Walther in den Ruhestand.

Schulleiter Walther

Schulleiterin Mergard

 
August 1995 Beginn des Schuljahres 1995/96
168 Kinder besuchen die Schule, darunter 51 Aussiedler. "Kinder können viel, wenn man sie lässt." Unter diesem Motto beginnt Frau Ingeborg Mergard ihre Arbeit als Schulleiterin. Erstmals wird ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf im ersten Schuljahr aufgenommen. Auf Beschluss der Schulkonferenz und nach einer Fortbildung der Klassenlehrer(innen) beginnen das 3. und 4. Schuljahr mit Frühenglisch. In den Klassen wird eine Zeit für das tägliche gemeinsame Frühstück eingerichtet. Im September fahren die 4. Klassen für vier Tage ins Jugenddorf Hoher Meißner. Im Oktober findet eine Autorenlesung für die 3. Klassen statt. Im November lernen die Lehrkräfte auf dem ersten Pädagogischen Tag der Schule. Das Kollegium diskutiert und arbeitet mit dem neuen Rahmenplan Grundschule. Wöchentliche Dienstbesprechungen werden institutionalisiert. Für alle Kinder und Lehrkräfte finden gemeinsame Monatskreise statt. Der Elternbeirat führt eine Veranstaltung zur Drogenpräventation durch. Die 3. Klassen fahren im Juli zu einem mehrtägigen Aufenthalt im Jugendheim Reichenbach. Zum Ausgleich für die nicht möglichen Bundesjugendspiele findet im Juli ein Sport- und Spielfest auf dem Schulhof statt. 
 
September 1996 Beginn des Schuljahres 1996/97
162 Kinder besuchen die Schule. Im September beginnt das Kollegium mit der Vorbereitung des zweiten Pädagogischen Tages der Schule. Für die ersten und zweiten Klassen kann dank guter Lehrkräfteversorgung eine 20minütige Gleitzeit zu Beginn des Unterrichts eingeführt werden. Es gibt fünf Arbeitsgemeinschaften: "Holz", "Fahrrad", "Theater", "Schulgarten" und "Chor".  Der Schulhof wird neu gepflastert und erhält drei Bauminseln. Der Müll wird ab jetzt getrennt gesammelt. Der Elternbeirat führt eine Fragebogenaktion zum Thema "Gewalt an unserer Schule" durch. Die Theater-AG nimmt mit dem Stück "Da wackelt die Wand" an den Kasseler Schultheatertagen teil. Die dritten Klassen fahren für vier Tage in das Jugendheim Reichenbach. Klassenfahrten der zweiten Klassen in den Zoo Hannover und Abschlussfahrten der vierten Klassen, dieses Mal zu den Karl-May-Festspielen nach Elspe, sind inzwischen obligatorisch. Eine Schülergruppe nimmt an den Leichtathletikwettkämpfen in Bad Sooden-Allendorf teil. Im Juli finden nach etwa zwanzig Jahren zum ersten Mal wieder Bundesjugendspiele auf dem Sportplatz in Hessisch Lichtenau unter reger Mitwirkung einiger Eltern statt. Zwei Klassen treten beim Dorffest im Juli auf. Zum Schuljahresende besuchen 162 Kinder die Schule, darunter sind 52 Aussiedler.

Schulklassen treten beim Dorffest auf dem Ochsenhof auf.

 
8.9.1997 Beginn des Schuljahres 1997/98
135 Kinder besuchen die Schule. An einem Nachmittag erhalten die Eltern Gelegenheit sich über die neue Rechtschreibung zu informieren. Das 30jährige Jubiläum der Gemeindebücherei gestaltet die Schule mit einer Projektwoche, mehreren Theateraufführungen und einer vielseitigen Ausstellung zum Thema "Die Eule" wesentlich mit. Die Bundesjugendspiele im Juli sind leider völlig verregnet.

 
31.8.1998 Beginn des Schuljahres 1998/99
135 Kinder besuchen die Schule, darunter 26 Quenteler und 23 Aussiedler. Der Rückgang der Schülerzahl macht dem Kollegium Sorgen. Die Unterrichtsorganisation wird mit dem Ziel, Schule mit festen Öffnungszeiten zu werden, geändert. Täglich ist von 7.45 Uhr bis 8.10 Uhr ist Gleitzeit. Der nachfolgende Unterricht wird in drei Blöcke mit einer Hofpause und vorangehender Frühstückspause in der Klasse aufgeteilt. Der Unterricht endet für die ersten und zweiten Klassen um 12.05 Uhr, für die dritten und vierten Klassen (außer freitags) um 12.50 Uhr. Der Schwimmunterricht wird im dritten und vierten Schuljahr durchgeführt. Im dritten Schuljahr erklären sich die Eltern bereit, die Kosten zu übernehmen, im vierten Schuljahr zahlt der Kreis pro Kind 13 Schwimmfahrten. Der pädagogische Tag des Kollegiums findet im Februar im Naturfreundehaus Kaufunger Wald statt. Die Themen sind: "Leistungsbewertung im Deutschunterricht" und "Kommunikationstraining". Die Leistungsbewertungen im Deutschunterricht und mehrfach geänderte Klassenführungen für das neue erste Schuljahr erregen die Gemüter auch im Elternbeirat. Am 7. März stirbt der Rektor im Ruhestand Kurt Hiese.
 
August 1999 Beginn des Schuljahres 1999/2000
143 Kinder besuchen die Schule, darunter 29 Quenteler und 25 Aussiedler. Unter der neuen Regierung werden die festen Öffnungszeiten als Programm wieder zurückgefahren. Dank guter Lehrkräfteversorgung kann die Schule den Blockunterricht und die Gleitzeit am Unterrichtsanfang zunächst fortführen. Englisch, jetzt auch in der Stundentafel ausgewiesen, wird in den dritten und vierten Klassen zwei Unterrichtsstunden pro Woche unterrichtet. Die vierten Klassen fahren im September für vier Tage ins Jugenddorf Hoher Meißner. Im März führt die Klasse 4 a im Rahmen der ersten Theater-Tage der Freiherr-vom-Stein Schule das Stück "Der Rattenfänger von Hameln" in Hessisch Lichtenau auf. Der nächste Pädagogische Tag des Kollegiums zum Thema "Kommunikation - Beratungsgespräche" wird vorbereitet. Die Vorbereitungen zum Jubiläum binden viel Arbeitskraft. Am Samstag, dem 27. Mai 2000, feiert die Schulgemeinde das 50jährige Jubiläum des Altbaues.

      Zwar ist manch´ Rede nicht grad schnöde,
auf Dauer aber doch oft öde.
D'rum trau'n wir uns, was wir zu sagen,
 heut´ mal in Versform vorzutragen.
  Seit fünfzig Jahren, woll´n wir mal sagen,
besteht die Schule Fürstenhagen. 
Der Zahn der Zeit, er hat genagt,
und mancher Schritt war wohl gewagt.
  So gratulieren wir und hoffen,
  dass – pädagogisch immer offen
 und mit dem Spaß, den man erwartet,
  sie in die nächsten fünfzig startet.
 
Für den Schulelternbeirat
Claudia Krause, Annette Rutsatz, Inge Schindler

 

Die ganze Schulgemeinde  und viele Gäste versammelten sich zum Festakt in der Mehrzweckhalle und genossen anschließend bei Sonnenschein zahlreiche Aufführungen von Vereinen, Gelegenheiten zum Erzählen bei Kaffee und Kuchen und die Spielmöglichkeiten auf dem Schulgelände. Für einen Regenbogen sorgte die Feuerwehr mit ihren Wasserspielen. Bis in den späten Abend  tanzten wir Kinder, Lehrkräfte und Eltern auf dem Schulhof. Das Lagerfeuer in der großen Jurte der Pfadfinder brannte bis zum frühen Morgen.

Die Schule stand zur Besichtigung offen. Unter dem Motto „Schule früher - Schule heute“  wurden das alt eingerichtete Klassenzimmer ebenso gerne besucht, wie der Computerraum. Alte Klassenfotos gaben den ehemaligen Schülern und Lehrerinnen Anlass zu fragen: „Weißt du noch, als wir...“, oder:  „Was ist eigentlich aus ... geworden?“ - Die Ausstellung  „Unsere Schule von A bis Z“ bot vielfältige Einblicke in das heutige Schulleben von den Arbeitsgemeinschaften über die Lesemütter und die Monatskreise bis zur Zeitung. Den Schmetterlingen, Schnecken, Märchen, Geschichten aus Fürstenhagen und Quentel als den Themen der vorangegangenen Projektwoche war eine weitere Ausstellung gewidmet.

Als bleibende Erinnerung zeigt die Festschrift, wie sich unsere Schule in 50 Jahren verändert hat. 

August 2000 Beginn des Schuljahres 2000/2001

128 Kinder besuchen die Schule und (noch) 10 Lehrkräfte. Das neue 1. Schuljahr hat nur noch eine Klasse. Es gibt Arbeitsgemeinschaften (Holz, Zeitung, Computer, Garten, Umwelt) und Sprachkurse. Für die Betreuung der Kinder bis 12.50 Uhr wird Frau Gruszka vom Förderverein eingestellt. Der Pädagogische Tag mit Frau Fabricius zum Thema "Beratungsgespräche mit Eltern" findet auf dem Meißner bei Frau Fahrenbach statt. Im Februar wird gemeinsam mit den Eltern die neue Schulküche eingeweiht. 

Baumpflanzaktion 2000

In einer Gemeinschaftsaktion von Kindern, Lehrern und Hausmeister wurde auf dem Schulhof ein neuer Baum - eine amerikanische Eiche - gepflanzt.  An derselben Stelle stand bereits eine Kastanie, die durch Vandalismus zerstört wurde.

Im Mai findet eine Projektwoche zum Thema "Natur und Umwelt" statt. Am Samstag präsentieren die Kinder ihre Arbeiten. Der Förderverein veranstaltet dazu einen Flohmarkt. Gegen Ende des Schuljahres finden die Bundesjugendspiele auf dem Sportplatz in Hessisch Lichtenau statt.

August 2001 Beginn des Schuljahres 2001/2002

121 Kinder besuchen die Schule und (noch) 10 Lehrkräfte. Es können 5 Arbeitsgemeinschaften (Sport, Umwelt, Garten, Computer, Holz) angeboten werden. Jeden letzten Freitag im Monat findet der Monatskreis statt, zu dem sich alle Kinder und Lehrkräfte und zunehmend auch Eltern in der Mehrzweckhalle treffen und den verschiedensten Vorstellungen zusehen. Der Schulchor nimmt am Altennachmittag des Ortsbeirates teil. Im April findet erstmals ein Schwimmfest für die dritten und vierten Klassen im Hallenbad in Hessisch Lichtenau statt. Der Pädagogische Tag auf dem Meissner hat "Mediation" zum Thema. Das Schulprogramm wird fertig gestellt und verabschiedet. Zum 30.6.2002 schließt das Aussiedlerwohnheim in Fürstenhagen. Für die Schule hat das zur Folge, dass die Schülerzahl auf die Dauer sinken wird. Nach einer Projektwoche im Mai gibt es unter guter Mithilfe der Eltern wieder ein Schulfest, das bis in die späten Abendstunden dauert und mit einer Kinder-Disco endet.

SCHULFEST 02

Zu Beginn des Schulfestes führten die Klassen in der gut besuchten Mehrzweckhalle Singspiele, Tänze und kurze Theaterstücke vor.

Singing in the rain...

Bei den  1. Klassen stand alles unter dem Motto Märchen:  Dornröschen, Rotkäppchen, der süße Brei,  die Rübe  ...  -  Anregungen genug zum Lesen, Schreiben, Rechnen, Backen, Basteln und Aufführen.  

 
 
 
Auch für das leibliche Wohl war gesorgt.
Aus einem Klassenraum wurde ein Cafe. Es schmeckte vorzüglich.

 

 

Luftballonfliegen bei bewölktem Himmel! 
Der weiteste Ballon landete in Blankenburg im Harz.

 

 
Zum Abschluss  gab es eine Schuldisko mit Miniplayback -Show. Nach Hause ging's noch lange nicht.
 

 

 

August 2002 Beginn des Schuljahres 2002/2003

Nur noch 109 Kinder besuchen unsere Schule. Im Aussiedlerwohnheim dürfen nur noch wenige Familien bis zum Jahresende 2002 wohnen bleiben. Immer noch sind es 10 Lehrkräfte (davon 2 Referendarinnen). Die Klassen 1, 2 und 3 sind nur noch einzügig. So stehen viele Lehrerstunden für Zusatzunterricht zur Verfügung: Deutsch-Förderunterricht, Schulchor, Flötengruppe und 5 Arbeitsgemeinschaften (Garten, Umwelt, Tanz, Schattenspiel, Computer). Das Kollegium beschließt in jeder Klasse eine Stunde "Interaktion/Mediation" einzuführen. Die 1. Klasse beginnt. Ab November gibt es einen Vorlaufkurs vor der Einschulung für Kinder, die nicht Deutsch als Muttersprache haben. Eine Lehrkraft erteilt diesen Kurs im Kindergarten. Die Stellungnahme des Schulamtes zu unserem Schulprogramm fällt sehr positiv aus. Die 4. Klassen fahren nach den Herbstferien nacheinander im Jugendwaldheim auf dem Meißner. Unter Anleitung des Försters arbeiten sie im Wald und erkunden ihn. Im Januar schafft es unsere Fußballmannschaft zum ersten Mal in die zweite Runde des Kreisturnieres zu kommen. Im Februar öffnet unsere Schülerbücherei, die unter Leitung von Frau Wille liebevoll eingerichtet und mit vielen aus der Elternspende erworbenen Regalen und Büchern ausgestattet worden ist. Im April beschließt eine kleine Gruppe von Eltern mit einer Fachkraft am Thema "Gewaltfreie Erziehung: Starke Eltern - starke Kinder" zu arbeiten. Im Juni beschließt das Kollegium nach erneuter Diskussion am BLK-Projekt "Demokratie lernen und leben" mit allen Verpflichtungen teilzunehmen. Das bedeutet mehr Arbeit, mehr Reisen und viel lernen über Kommunikation, Konflikte und den Umgang miteinander. Die Bundesjugendspiele finden Anfang Juni in Hessisch Lichtenau statt. Im  Juli gibt es eine Projektwoche, die mit der Präsentation der Ergebnisse und dem Flohmarkt des Fördervereins ihren Höhepunkt findet. Das Schuljahr endet mit zahlreichen Verabschiedungen, da die Schule im kommenden Schuljahr nur noch einzügig sein wird.

August 2003 Beginn des Schuljahres 2003/2004

Wie erwartet sinkt die Zahl der Schulkinder unter 100 (90 Schülerinnen und Schüler). Die Schule ist durchgängig nur noch einzügig. Es bleiben 4 Stammlehrkräfte und eine Abordnung übrig. Außerdem wollen wir unbedingt weiterhin jeweils eine Referendarin ausbilden. Der Putzdienst wird im September einer privaten Reinigungsfirma übergeben. Am 22. Februar 2003 verstirbt der langjährige Schulleiter Heinrich Walther. Im Juni feiern wir unser Schulfest, das in bewährter Weise von den Eltern mitgetragen wird. Die Bundesjugendspiele sind total verregnet. Zwar stehen wir alle auf dem Platz in Hessisch Lichtenau bereit. Doch das Wetter hat kein Einsehen. Auch die zahlreichen Helfer aus der Elternschaft müssen unverrichteter Dinge wieder heim fahren. 

30. August 2004 Beginn des Schuljahres 2004/2005

Die Schülerzahl sinkt weiter auf 83 Kinder. Das Kollegium besteht nur noch aus vier Stammkräften und einer Referendarin. Arbeitsgemeinschaften und Förderkurse können kaum noch erteilt werden. Dank einer Initiative der Eltern ist auf dem Sportplatz neben der Schule eine Sprunggrube eingerichtet worden. Ab jetzt werden wir die Bundesjungendspiele "auf eigenem Platz" durchführen, obwohl die Bedingungen noch längst nicht optimal sind. Seit den Sommerferien steht das 2. Spielhäuschen auf dem Rasenstück. Wir haben es vom Übergangswohnheim geerbt. Es ist eine Spende des Rotarierclubs. Im September fährt die 4. Klasse eine Woche auf Klassenfahrt ins Jugenddorf "Hoher Meißner". Der Schulchor führt vor Weihnachten das Kindermusical "Schnuppes Weihnachtslied" auf. Im Januar macht die ganze Schule ihre jährliche Schlittenfahrt auf dem Meißner. Im Juni findet wieder eine Projektwoche statt, die mit der Präsentation der Ergebnisse und dem Flohmarkt des Fördervereins endet. Die Kinder haben die Möglichkeit, sich in fünf  verschiedene Projekte einzuwählen. Sportliche Betätigung in verschiedenster Form, vielfältige Begegnungen mit der Natur, Lesen von Märchen in der Schulbücherei sowie Kochen und Gestalten eines Rezeptbuches sind Bestandteile des Angebotes. Am 29.Juni finden die Bundesjugendspiele statt. Ein spannendes Fußballturnier gibt es  in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien. Alle geben ihr Bestes. Als Überraschung spielt das Lehrerkollegium gegen die Schulauswahl. Das Schuljahr endet mit einem Monatskreis

Schuljahr 2005/2006

Schuljahr 2006/2007

 

Aus der Schulchronik der Schule in Quentel

Ja, auch Quentel hatte früher eine eigene Schule, in der bis 1969 Unterricht erteilt wurde. Das Foto zeigt das ehemalige Schulgebäude, das heute als Dorfgemeinschaftshaus genutzt wird.  

Am 19. August 1967 verunglückte der damalige Schulleiter von Quentel, Herr Günther, mit seiner Familie bei einem Autounfall tödlich. Seit dem wurde die Oberstufe der Quenteler Volksschule (31 Schüler und Schülerinnen) in die Fürstenhagener Schule eingewiesen. Die Unterstufe (ca. 30 Kinder) folgte1969, als der Erweiterungsbau (Pavillon) in Fürstenhagen fertig war. 

Ganz früher fand der Unterricht im Hause des Lehrers statt. 1710 wurde auf dem Kirchhof ein Schulhaus gebaut. 1835 kaum ein neuer Schulsaal dazu. In alten Büchern kann man lesen, dass diese Schule recht ärmlich war. 1852 zog die Schule in ein Bauernhaus um. 

Am 10.12.1915 war es endlich so weit: Die neue Schule wurde eingeweiht. Der Schullehrer Klein schreibt: „Diese war schon seit 1913 im Bau, mußte aber während des ersten Kriegsjahres im Rohbau stehen. Da aber die alte Schule recht baufällig wurde, drang ich auf die Erlaubnis zum Einzuge. Dieser wurde mit Hilfe der Schulkinder be­werkstelligt. Die Einweihungs­feier war nur einfach, war aber für das Dorf  ein Festtag. In langem Zuge zogen wir unter Teilnahme einiger Dorfbe­wohner durch die Hauptstraße, nachdem wir mit einer Linde der alten Schule Lebewohl gesagt hatten und in dem neuen Schulhause weihten wir es durch eine Feier ein.“

1927 wurde die Schule erweitert.

Über den harten Winter 1929 in Quentel hat Schullehrer Rüdiger in der Quenteler Schulchronik, die heute im Archiv der Stadt Hessisch Lichtenau liegt, geschrieben (S.105):

„In diesem Jahr können wir in der Schule, wie seit vielen, vielen Jahren nicht, singen ,Der Winter ist ein rechter Mann, kernfest und auf die Dauer.‘ Seit Ende November bis heute haben wir hohen Schnee und starke andauernde Kälte. 18,5 Grad minus zeigte unser Maximum-Minimum-Thermometer oft an. Die starke Kälte nimmt unseren Kindern sogar die Lust am Schlittenfahren. Durch diesen strengen Winter werden dem Wirtschaftsleben schwere Wunden geschlagen. 2,5 Millionen Arbeitslose! Diese Zahl  übertrifft bald die Ziffer von 1926/27. Unsere Gemeinde hat etwa 40 Arbeitslose, von denen eine größere Zahl noch keine Arbeitslosen-Unterstützung bekommt, weil sie schon länger als 26 Wochen arbeitslos sind. Und wer von den Steinarbeitern noch schafft, verdient sehr wenig, denn die Steine erfrieren selbst. - - Im Schulhaus verspüren wir die Kälte dieses Jahr besonders hart. Bekommen wir doch den kalten Nord-Ost aus erster Hand. Die Wasserleitung ist unten und oben trotz Abstellens während der Nacht  tagsüber in den Aborten eingefroren und geplatzt. - - Wir haben seit Januar unser Nachtquartier in der Wohnstube auf Sofa und Chaiselonque aufgeschlagen. Hinten war es nicht mehr auszuhalten. Ich fürchtete ernsthaft für meine Gesundheit. Die kalte Luft aus dem Luftkeller dringt durch Fußboden und Bettzeug und verdichtet die Körperwärme bzw. die Ausdünstungen des Körpers so, daß auf der Decke kleine und unter der Schutzdecke auf den Sprungrahmen dichgedrängt dicke Wassertropfen hängen. - -(...) Da klagen die Kinder weiter, daß der arbeitslose Vater zu Hause auch oft schimpft und ungemütlich ist.(7. Februar 1929 R.)“

und wieder auf  S. 108: 

„Heute morgen kamen um 9 Uhr plötzlich kleine Jungen in die Klasse während des Unterrichtes und erzählten, daß im Schulgarten an der südlichen Staketenwand ein erfrorenes Reh läge. Bei einer Nachprüfung fanden wir auch die Bestätigung. Völlig abgezehrt und elend hat das Tier sich im Schulhof nachts etwas Freßbares gesucht, dabei den Ausgang aus dem Garten nicht ganz wiedergefunden. Im Schnee zusammengesunken, fanden wir das Tier noch nicht ganz erkaltet. So wird es manchem Stück Wild in diesem harten, noch immer anhaltenden Winter ergangen sein. Das erlassene Schußverbot für die gesamte Provinz auf  Wild will die Reste des Wildbestandes schützen. ( 6. März 1929 R.)“

 

Seit wann gibt es eigentlich ...

...die Schulfeste?

Schulfeste sind Höhepunkte des Schullebens. Jede Einweihung, jedes Dorfjubiläum, jede schulbewegende Verabschiedung gibt der Schule Anlass zu einer Feier. Regelmäßige Feste bieten darüber hinaus Gelegenheit, den Zusammenhalt der Schulgemeinde zu festigen und in Fürstenhagen immer auch die neu dazugekommenen Gruppen aufzunehmen. In der ersten Zeit nach dem Krieg veranstaltet die Schule große Weihnachtsfeiern. So musste etwa die Feier 1947 im Vogt'schen Saale zwei Mal wiederholt werden. Seit 1981 finden Schulfeste zunächst jährlich als Sommerfeste im Mai, Juni oder Juli unter reger Beteiligung von Kindern, Eltern und Lehrkräften statt. Aufführungen in der Mehrzweckhalle, Ausstellungen im Schulgebäude, Spiele und Gelegenheiten zum gemütlichen Zusammensein auf dem Schulhof bei Bratwurst, Kaffee und Kuchen, ein gemeinsamer Tanz aller Schulkinder und zum Finale das Steigenlassen der Luftballons sind feste Bestandteile aller Schulfeste. Inzwischen geht jedem Schulfest eine Projektwoche voraus. Wegen des enormen Aufwandes der Vorbereitung wird seit 1983 das Schulfest jedes zweite Jahr veranstaltet.

...die Elternsprechtage?

Seit 1980 bietet zusätzlich zu den wöchentlichen Sprechstunden der Elternsprechtag im Februar oder März den Eltern Gelegenheit, mit den Lehrkräften über die Leistungen und das Verhalten ihrer Kinder zu sprechen.

...die Elternspende?

Seit 1980 spenden viele Eltern regelmäßig. Der Elternbeirat verwaltet das Geld. Ein Brennofen, Spieletonnen, Spielgeräte und Sitzgelegenheiten für den Schulhof, Sitzecken und Regale in den Klassen, Musik- und Sportgeräte, die Ausstattung des Computerraumes, der Küche, der Schülerbücherei und vieles mehr wurden von der Elternspende für die Schule angeschafft.

...die Radfahrprüfung?

Seit 1980 absolvieren alle Kinder der vierten Klassen eine theoretische und praktische Radfahrprüfung mit Polizisten der Deutschen Verkehrswacht auf dem Schulhof und seit einigen Jahren zum Teil auch im Straßenverkehr in Hessisch Lichtenau durch. Lange vor der Prüfung wird auf dem Schulhof in Fürstenhagen mit Fahrrädern geübt, nicht nur möglichst schnell zu "demmeln", sondern verkehrsgerecht und umsichtig zu fahren. Die Kinder haben außerdem Gelegenheit, ihre eigenen Fahrräder auf Verkehrssicherheit überprüfen zu lassen.

...die Theaterfahrten?

Seit 1979 fährt die Schule jährlich in der Winterzeit ins Theater. Viele Aufführungen haben wir erlebt: "Pinocchio" (Kassel, 1979), "Die Rätselprinzessin" (Göttingen, 1980), "Aladin und die Wunderlampe" (Kassel, 1982), "August, August" Göttingen, 1983), "Der gestiefelte Kater" (Komödie Kassel, 1983), "Das tapfere Schneiderlein" (Komödie Kassel, 1984), "Aschenputtel" (Komödie Kassel, 1985), "Vom dicken Schwein, das dünn werden wollte" (Staatstheater Kassel, 1986), "Rumpelstilzchen" (Komödie Kassel, 1987), "Der kleine Muck" (Komödie Kassel, 1988), "Der Froschkönig" (Komödie Kassel, 1989), "Schneeweißchen und Rosenrot" (erstes und zweites Schuljahr, Komödie Kassel, 1991), eine für Kinder aufbereitete Fassung der "Zauberflöte" (drittes und viertes Schuljahr, Staatstheater Kassel, 1991), "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" (Wehlheider Hoftheater in der Heinrich-Schütz-Schule Kassel, 1992), "Hänsel und Gretel" (erstes und zweites Schuljahr, Staatstheater Kassel, 1994), "Pünktchen und Anton" (drittes und viertes Schuljahr, Staatstheater Kassel, 1994), 1995 Staatstheater Kassel.... Außerdem besuchten ein Puppentheater, der Liedermacher Frederik Vahle und das Wassertheater unsere Schule.

...eigene Theaterstücke?

Schon immer wird an der Schule Theater gespielt. Keine Weihnachtsfeier (früher der Schule, heute der Klassen) und kein Schulfest kommen ohne Aufführungen aus. Kleinere Szenen und gespielte Lieder gehören zu jedem Monatskreis. Zur feierlichen Preisübergabe des Gesunde-Zähne-Wettbewerbes gehört selbstverständlich die Aufführung "Wir sind die Zähne". In den 80er und 90er Jahren wird oft eine Theater-AG angeboten. Stellvertretend für alle Aufführungen seien genannt: Der Zirkus "Bella Bimba" (1983), "Die Bremer Stadtmusikanten" (1985), "König Drosselbart" (1986), "Max und Moritz" (1987), "Das Getüm" (1991), "Da wackelt die Wand" (1996), "Der Ruf der Eule" (1997), "Aus dem Leben der Märchenfrau Dorothea Viehmann" (1999), "Der Rattenfänger von Hameln" (2000).

 

...die Klassenfahrten?

 

Nach dem Krieg beherrschen zunächst andere Sorgen das Schulgeschehen. Wer kann an kostenintensive Klassenfahrten denken, solange 170 bis 200 Kinder an der Schulspeisung teilnehmen? Die Chronik berichtet erstmals im Juni 1950 wieder von einer sechstägigen "Nordlandfahrt" des Kreises nach Hamburg und Sylt, an der 65 Kinder und zwei Lehrkräfte teilnehmen. Die Daheimgebliebenen unternehmen in der Zeit Wanderungen und eine Busfahrt rings um den Meißner. 1953 fahren die Schulen des Kreises für acht Tage an den Rhein, 1954 nach Oberammergau, 1956 für sechs Tage nach Berlin, 1957 nach Holland. Teilnehmerzahlen aus Fürstenhagen sind nicht bekannt. 1954 unternimmt die 8. Klasse eine dreitägige Radtour durch Nordhessen. 1965 macht das 9. Schuljahr eine eintägige Abschlussfahrt in die Rhön, das 8. Schuljahr fährt nach Kassel, das 7. zur Automobilausstellung nach Frankfurt. Von 1966 bis 1978 steht - zumindest in der Schulchronik - der regelmäßige Schüleraustausch mit der französischen Partnergemeinde Orgelet im Mittelpunkt. 

Mit der Wandlung der Schule zur Grundschule ändern sich auch Charakter und Ziele der Schul- und Klassenfahrten. Seit 1979 führen die vierten Klassen eintägige Abschlussfahrten in den Harz, die Rhön, nach Frankfurt, in einen Erlebnispark, zu den Karl-May-Festspielen nach Elspe, an den Edersee, nach Fulda oder in den Hessenpark Neu-Anspach und auf die Saalburg durch. Der Kreativität der Klassen sind allenfalls finanzielle Grenzen gesetzt. Für die Erstklässler ist ein Besuch des Tierparks Germerode, für die Zweitklässler der eines "großen" Zoos (oft Hannover) beinahe obligatorisch. Seit 1988 verbringen alle Kinder im vierten Schuljahr, manchmal auch schon am Ende des dritten Schuljahres, eine Schulwoche "auf Klassenfahrt" entweder im Jugenddorf oder im Jugendwaldheim Hoher Meißner oder im Jugendheim Reichenbach. Diese immer ereignisreichen Aufenthalte dürfen wohl als der Höhepunkt im Schulleben einer Fürstenhagener Grundschulklasse angesehen werden.

...die Bundesjugendspiele

Nachdem jahrzehntelang die unzureichenden Bedingungen für die Leichtathletik in Fürstenhagen als Hinderungsgrund dafür herhalten mussten, dass die Bundesjugendspiele nicht stattfanden, wurden sie ab Sommer 1997 auf dem Sportplatz in Hessisch Lichtenau durchgeführt. Mehr oder weniger geeignete Übungen dazu fanden vorher auf dem Schulhof und dem Sportplatz neben der Schule in Fürstenhagen statt. Viele Eltern halfen mit Eifer bei der Durchführung. Die Bestellung der Busse und des Platzes zu einem festen Termin machten uns jedoch zu "wetterunabhängig". So passierte es, dass die Schule im Regen mit Bussen nach Hessisch Lichtenau fuhr und dort darauf wartete, dass das Wetter besser wurde. Einmal klappte es ein bisschen. Einmal mussten die Spiele vor Ort abgesagt werden. Rührige Eltern beschlossen daraufhin Abhilfe zu schaffen und gleichsam "über Nacht" (in den Sommerferien) errichteten sie eine Weitsprunggrube auf dem Sportplatz in Fürstenhagen. So kam es, dass wir seit dem Schuljahr 2003/04 die Bundesjugendspiele auf dem Sportplatz in Fürstenhagen durchführen, obwohl die Bedingungen nach wie vor zu wünschen übrig lassen...

 

Geschichten aus dem Schulalltag

Alle ehemaligen Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und alle, die der Fürstenhagener Schule verbunden sind, sind herzlich eingeladen, hier ihre eigenen Erlebnisse und Geschichten im Zusammenhang mit unserer Schule zu erzählen. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag sowie über Bilder aus dem Schulleben.

Umzug im Schubkarren (Reiner Diederich, Gert Merkel, 2000)

Der tägliche Schulweg von der Siedlung bis zur Volksschule (Hans H. Gold, 2000)

Unsere Schulzeit (Abschlussklasse 1952)

Als unsere Eltern zur Schule gingen (Ernst Storzer und die Schulzeitungs-AG, 2000)

 

Umzug im Schubkarren?

1949: “Mist, schon wieder ist der Meisel stumpf!” Der Elektro-Lehrling (AZUBI, was ist das?) Krause versucht seit einiger Zeit, mit einem runden Rohr, an dem vorne Zähne eingeschliffen wurden, ein Loch für einen Holzdübel in die Betondecke im Keller der neuen Schule in Fürstenhagen zu bohren.

Das Haus steht im Rohbau. Gestern wurde Richtfest gefeiert. Und nun soll er für die Leitungen im Keller Löcher bohren. Widia-Bohrer sind noch unbekannt. An der Baustelle gibt es keinen elektrischen Strom und Bohrmaschinen sind noch seltene Wunderdinge. Schließlich ist der Krieg erst vier Jahre vorbei und es wird viel improvisiert und vielleicht auch organisiert. (Was das heißt, sollten sich die Jüngeren von ihren Opas und Omas erklären lassen. Im “Werk” oben in Hirschhagen wurde jedenfalls viel organisiert. Viele Betonpfähle z.B. gingen damals heimlich auf die Reise.)

Es hatte lange gedauert, bis es so weit war. Die ersten Eingaben waren schon 1937 von der Schulleitung an “Bürgermeister, Kreisschulrat, Landrat und Regierung” gemacht worden. Das war also noch vor dem Kriege im “Dritten Reich”. Schulleiter war auch damals schon Ludwig Orth, der nun, nach dem er aus dem Kriege wieder zurückgekommen war, erneut auf den Neubau drängte.

Das alte Schulgebäude an der Ostseite der Kirche war mit seinen zwei Schulsälen für die mehr als 150 Schüler zu klein geworden. Nach dem Kriege waren es inzwischen im Jahre 1949 schließlich 319 Schüler geworden. Die Menschenverschiebungen durch die Vertreibungen in den Ostgebieten hatten sicher sehr zu diesem Anwachsen beigetragen. Dies entnehme ich der akribischen Aufstellung von Ludwig Orth in der Schulchronik für das Jahr 1949/50: “Von den 319 Schülern sind 253 Protestanten, 64 Katholiken und 2 Gottgläubige; 39 Knaben und 37 Mädchen sind Flüchtlinge (76); 3 Knaben und 8 Mädchen sind Evakuierte(11).”

  Einweihung im März 1950

Es sollte noch bis zum nächsten Jahr dauern, bis schließlich die Schule bezogen werden konnte. Bis dahin musste sich noch viel ändern auf dem Gelände gegenüber dem Dreschplatz. (Das ist da, wo heute die Autos der Lehrer oder der Besucher der Mehrzweckhalle parken.)

Wie mir mein Gewährsmann, Helmut Reuter, berichtet, ging der Umzug nicht wie heute mit großen Möbellastwagen vor sich. Alles dauerte viel länger. Schließlich hatte sich in der alten Schule bei der Kirche einiges an Papier und an Arbeitsgeräten angesammelt. Über mehrere Wochen wurden die älteren Schüler(Innen kamen in der Sprache nicht vor) dazu angehalten, mit Schubkarren die Utensilien von der alten Schule herüberzuschaffen. Dass war nicht weiter gefährlich. Der Straßendurchbruch bei Riemanns Haus war ja noch nicht da. Und Autos gab es sowieso nicht. Herr Hobein hatte ein Auto für seinen Fuhrbetrieb, aber sonst? Als Reuters Helmut das alles zu lange dauerte, machte er dem Schulleiter Ludwig Orth den Vorschlag, die Pferde seiner Eltern anzuspannen.

In den Klassen hatte man statt Holztafeln schwarzen Lack auf eine gespachtelte Wand gestrichen. Ich habe 1970 selbst noch gesehen, welche großen Risse inzwischen auf diesen “Tafeln” entstanden waren.


Bürgermeister Ziegler spricht anlässlich der Anbringung der Gedenkplatte für die Einweihung der neuen Schule im Jahre 1950

Die beiden Schulgebäude bei der Kirche wurden nun einer anderen Nutzung zugeführt. Das neuere Haus wurde nun Sitz der Gemeindeverwaltung. Im Erdgeschoss residierte Bürgermeister Adam Waldeck und seine wenigen Mitarbeiter. Im Obergeschoss waren Wohnungen. 

Das ältere Gebäude wurde zum Pfarrhaus. Der Auszug der Schüler war gerade zum richtigen Zeitpunkt geschehen. Denn 1950 wurde Fürstenhagen zu einer selbständigen Kirchengemeinde. Kinder gab es aber zunächst in diesem Haus weiterhin genug. Denn der neue Pfarrer Franz Schöffel zog mit einer großen Familie an die Losse. 

Als dann 1962 die Mehrzweckhalle gebaut wurde, hatte man dort auch modernere Räume für die Gemeindeverwaltung eingerichtet. Das nun nicht mehr benötigte "neue alte" Schulgebäude wurde von der Kirche übernommen und zum Pfarrhaus umgebaut, in das dann Familie Schöffel einzog. Als Dienstwohnung für den Pfarrer wird es bis heute genutzt. Die ganz alte Schule wurde nun als Gemeindehaus genutzt. 

Der Kirchenvorstand entschloss sich später, ein modernes Gemeindehaus in der Kirchgasse zu erstellen, da das Straßenbauamt die gefährliche Kurve der Quenteler Straße entschärfen wollte. Keiner ahnte damals, zu welchen langwierigen Verwicklungen das führen sollte.

Während nun das neue Haus gebaut und dann eingeweiht wurde, verweigerte der Denkmalschutz den Abriss des alten Hauses. Plötzlich stand also die Kirchengemeinde mit zwei Häusern da. Erst 1988 wurde dann nach langwierigen Verhandlungen der Abriss des marode gewordenen Hauses gestattet und an seiner Stelle ein neuer Aufgang zur Kirche erstellt.

Reiner Diederich und Gert Merkel zum 50jährigen Schuljubiläum 2000

 

  Der tägliche Schulweg von der Siedlung bis zur Volksschule

(um 1951/1952)

Wir Schulkinder aus der Siedlung mussten neben den Kindern aus Hirschhagen den weitesten Weg bis zur Dorfschule zurücklegen. Schulbeginn war um 8.00 Uhr. Um pünktlich zum Unterrichtsbeginn anwesend zu sein, gingen wir gegen 7.30 Uhr los, wollten wir doch immer vor unserer Klassenlehrerin Frau Labahn in Richtung Dorf laufen.
 
Frau Labahn wohnte im Haus Nr. 16, heute Siedlung Nr. 6. Täglich beförderte Frau Labahn Bücher, Hefte und sonstige Lernmittel für den Unterricht und wir waren ihr dabei behilflich. Eine besondere Auszeichnung  war es für uns, die geschriebenen oder korrigierten Schul- und Klassenarbeiten zu tragen. Die Hefte verpackte Frau Labahn sorgfältig in einem roten Zeltstoff, versehen mit einer Kordel und mehreren Knoten. Mitschüler animierten immer wieder den „Träger“, das Paket zu öffnen. So wie ich mich erinnern kann, ist dies in keinem Fall geschehen.
 
In den Wintermonaten war es ein besonderes Erlebnis den Schulweg zurückzulegen. Am Berge zwischen Krankenhaus, Haus Lange (Zigarrenfabrik) und Bundesbahntunnel rutschten wir mit den Schulranzen den „Berg“ hinunter. Unsere Klassenlehrerin musste in den Wintermonaten die „glatte Piste“  nehmen, kurzerhand schaffte sie sich Fußhilfen (sogenannte Steigeisen) an. Sie montierte die „Steigeisen“ zu Hause an. Spätestens an der alten Lossebrücke erfolgte die Demontage. Für uns Kinder aus der Siedlung und Hirschhagen war es eine besondere Ehre, Frau Labahn bei der Demontage zu helfen, wollte wir doch für den Unterricht „Pluspunkte“ einfahren.
 
Beim täglichen Schulweg warteten wir auf unsere Freunde und auf unsere Klassenkameraden aus Hirschhagen, die ebenfalls die Volksschule besuchten. Treffpunkt war am Krankenhaus. Zur damaligen Zeit war für die Schulkinder aus Hirschhagen der Schulbusverkehr ein Fremdwort.
 
Die Leipziger Straße am Haus Schmidt (Lebensmittel - Schmidt) konnte man um 1951/1952 noch sorglos überqueren, später organisierte die Schulleitung einen „Schülerlotsendienst“ für diese Gefahrenstelle.
 
An der Kreuzung Leipziger Straße-Lindenstraße stand zu dieser Zeit die Dorfschmiede, die Brüder Rippe beschlugen in den frühen Morgenstunden Pferde und führten für die Landwirtschaft die Schmiedearbeiten aus (s. Gemälde Richard Assmann). Weiter ging unser Schulweg über die Lindenstraße mit den Linden, der alten Lossebrücke bis zur „7 Misten Ecke“.
 
In den Wintermonaten kam es des Öfteren vor, dass am Morgen schon zwei Schweinehälften an den Bauernhäusern „Hakenrein“ am Haus hingen. Hausschlachtungen wurden zu dieser Zeit bei allen Bauern durchgeführt.
 
Manchmal wählten wir eine Abkürzung zur Dorfschule. Der Weg führte vorbei an Freitag’s Mühle und Bauernhof (heute Ärztehaus) und entlang des Fischbachs und Freitag’s Weiden. Den Heimweg wählten wir entweder über den Fußweg am Berg, oder über den Bahnhof und Laternenweg.
 
Sobald wir auf dem Schulhof angekommen waren (in dem heutigen Bereich der Eingangshalle) mussten wir nach Klassen antreten und die Lehrer forderten uns auf, die Klassenräume zu betreten. Unser Klassenraum befand sich im Erdgeschoss hinter der Garderobe (heute Lehrerzimmer).
 
Frau Labahn unterrichtete folgende Fächer (Klasse 1 - 4): Rechnen, Schreiben, Lesen, teilweise Leibeserziehung (frühere Bezeichnungen der Fächer). Musikunterricht erteilte Herr Ludwig Orth (Hauptlehrer).
 
Besonderen Wert legte Frau Labahn auf ordentliches Schreiben, Sauberkeit der Schulhefte und Rechnen.
 
Ich glaube, dass der Einschulungsjahrgang 1951 (Einschulung 1.4.1951) viel Frau Labahn zu verdanken hat, war sie doch eine Klassenlehrerin und Persönlichkeit, die ganz in ihrem Beruf aufging und uns das notwendige Wissen für den weiteren Besuch der Volksschule, Mittelschule (später Realschule), oder Gymnasium vermittelte.
 
Hans H. Gold
im März 2000 zum 50jährigen Jubiläum des Schulgebäudes in Fürstenhagen

Die "7-Misten-Ecke" (Gemälde von Richard Assmann, 1949) 

Hier wird geschlachtet.

Alte Lossebrücke vor dem Abriss

Die Klasse von Hans H. Gold mit Frau Laban

Dorfschmiede an der Leipziger Straße
(Gemälde von Richard Assmann)
Wintervergnügen
(Gemälde von Richard Assmann)

 

Unsere Schulzeit

(gedichtet von der Abschlussklasse 1952)

 Ihr lieben Lehrer, wir haben uns einen Spaß erlaubt
Und ein Gedicht über unsere Schulzeit geschrieben.
Es ist aber nicht so gemeint und wir bitten Sie,
dass sie es uns auch nicht übelnehmen.
 
1943 an einem schönen Herbsttage,
da nahm mich Mutti an die Hand.
Die schönen Tage waren vergangen;
Denn die Schulzeit, die begann.
Am ersten Tage, da war es schön,
wir konnten gleich wieder nach Hause gehen.
Aber dann wurde gelesen, gerechnet, gesungen, gelaufen,
gelacht und gesprungen.
Manch‘ schöne Backpfeife haben wir mit nach Hause gebracht,
aber nachher haben wir die Lehrerin ausgelacht.
Auch haben wir Fingerhutverstecken gespielt
Und gelernt haben wir dabei gar nicht viel.
Dann aber kam für uns die schönste Zeit,
dreimal nur Schule in der Woche, das war‘ne Freude!
Da kamen wir rüber in die alte Schule
Und es schien uns,
als fing unser Lehrer an zu spulen.
Die Ohren zog er uns sieben mal um den Bauch,
Persileule und Waschlappen schimpfte er uns auch.
Jetzt kam ein Lehrer, der war auf der Hut,
aber er meinte es mit uns allen gut.
Herr B. nennt sich der nette Mann,
den jeder heut noch gut leiden kann.
Bei dem lernten wir was
Und allen machte es großen Spaß.
Dann kamen wir zum Herrn Schulleiter O.,
da wollten wir gleich wieder fort.
Herr B. nennt sich ein feiner Mann,
der sehr viele Strafarbeiten austeilen kann,
fünf Seiten, sechs Seiten ja und noch mehr,
und jeder schimpfte auf ihn sehr.
Die Ohren zog er, das tat sehr weh
Und alle schrien: “O weh, o weh!”
“Ihr unanständiges Volk”, das war sein Wort
und am liebsten gingen wir von ihm fort.
Spitznamen geben, das konnte Herr G. gut,
deswegen hatten wir auf ihn Wut.
Fräulein L., die ärgerten wir gern,
darum hielt sie sich von uns fern.
Unsere Turnlehrerin schickt uns schon um halb vier nach Haus,
aber um vier Uhr war die Schule erst aus.
Die Handarbeitsstunde ist eine Qual,
nur stillsitzen und arbeiten muss man.
Aber, dass wir zum Herrn O. gekommen,
haben wir nicht bereut;
denn nachher hat es uns doch noch gefreut.
Manchmal schreit er, dann wackelt die Wand
und schon hat man einen Klaps auf der Hand.
Manch‘ alberne Gans wurde als Schätzchen betrachtet
und mancher wurde verachtet.
Er ist der reinste Kinderschreck
und die Kleinen laufen vor ihm weg.
Aber trotzdem hat es uns beim Herr O. Freude gemacht;
denn er hat immer mit uns Verständnis gehabt.
Herrn O. werden wir als Vorbild bewahren,
darüber sind wir uns jetzt schon im klaren.
Das ist aber nun alles vorbei,
wir sind aus der Schule und sind frei!!!
Wir sagen unsern Lehrern den herzlichsten Dank;
Denn gelehrt wurde so, dass jeder jetzt was kann!!!

 

Als unsere Eltern in die Schule gingen

"In dem Klassenraum habe ich damals auch gesessen.", oder: "Die gelben Gardinen aus meiner Schulzeit hängen ja immer noch hier!" Solche Sätze hört man von Fürstenhagener und Quenteler Eltern recht oft, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen oder zum Elternabend kommen. Vor der 50jährigen Jubiläumsfeier lud die Arbeitsgemeinschaft "Schulzeitung" diese Eltern ein. Vierzehn Mütter und zwei Väter kamen und erzählten uns von ihrer eigenen Schulzeit in Fürstenhagen:

"Mein Opa war Metzger. Ich hatte mal einen Schweineschwanz mitgebracht. Zu Hause, wenn geschlachtet wurde, wurde der Schweineschwanz jemandem angehangen, ohne dass er es merkte. Ich hatte gedacht, zu Hause fanden es alle lustig, nimmst ihn mal mit in die Schule, aber die Lehrerin ist dann schreiend raus gerannt. Da habe ich dann einen Eintrag ins Klassenbuch gekriegt."

"Einmal haben meine Nachbarin und ich so gelacht: Wir hatten Sexualunterricht bei Herrn Köhler. Es hatte uns vorher noch nie jemand erzählt, wie ein Junge aussieht, wir hatten auch keine Brüder. Wir haben so gegrölt, dass Herr Köhler nicht mehr anders wusste, er hat uns den ganzen Unterricht in der Ecke stehen lassen. Aber mit dem Rücken zur Klasse und wir durften uns nicht umdrehen."

In der Zeit von 1966 bis etwa 1975, als die meisten Eltern zur Schule gingen, veränderte sich in der Fürstenhagener Schule vieles. Die älteren berichteten von Hauptschulklassen in Fürstenhagen, die es bei den Jüngeren nicht mehr gab. Unterricht fand auch noch in der alten Schule, die 1988 abgerissen wurde, statt. Einige Mütter hatten in der Bücherei Unterricht, wo man sich in der Pause Bücher ausleihen durfte, andere im Raum über dem Feuerwehrgeräteraum.

Die Raumnot in der Schule endete mit der Einweihung des Pavillons, den die Schülerinnen damals supermodern fanden. Sie waren stolz, dort unterrichtet zu werden und hätten sich nicht getraut, irgendwo einen Kratzer zu hinterlassen. Stühle und Tische waren damals neu, andere Einrichtungen, wie Sitzecken, eigene Fächer, Klassenbüchereien gab es noch nicht. Eigene Bilder wurden kaum aufgehängt. Die Klassen waren steriler, aber auch ordentlicher.

Den heutigen Computerraum kennen die älteren noch als Küche, wo die Mädchen kochen lernten. Die jüngeren waren neugierig, was in dem Raum wohl sein mochte, kamen aber nie hinein. Er war immer abgeschlossen. Im Musikraum war der hintere Teil durch einen Vorhang abgetrennt. Hier haben sich Schüler manches Mal versteckt, wenn der Lehrer kam.

"Heimatkunde" wurde durch "Sachunterricht" abgelöst. Man lernte mehr als heute über die nahe Umgebung. Mathematik hieß noch "Rechnen", Sport hieß "Leibeserziehung". In Deutsch gab es zwei Noten für die mündliche und die schriftliche Arbeit. Für Betragen, Ordnung, Fleiß und Aufmerksamkeit gab es die Kopfnoten. Auch für die Handschrift gab es eine Note im Zeugnis. Im Unterricht gab es "Schönschreiben". In Religion musste man in der Vier jede Woche ein langes Gedicht auswendig lernen. "Da hat es Sechsen gehagelt, weil es keiner gelernt hatte. Die es gelernt hatten, kriegten eine Eins." Den Werkraum haben die etwas älteren unter den Müttern nie gesehen, weil damals nur die Jungen Werken hatten. Sie hatten dafür Nadelarbeit, haben gestrickt, gestickt, gehäkelt und Knopflöcher gemacht. Die Mädchen hätten doch auch mal gerne gesägt und gehämmert! Die jüngeren Mütter hatten dann auch schon Werken, wollten gerne mit Fischer-Technik bauen, mussten aber immer so komplizierte Sachen nachbauen, dass einigen bald die Lust verging. Und wehe, man hatte vergessen eine Wurzel mit zu bringen, aus der ein Gesicht gemacht werden sollte! Dann kriegte man auch noch mit dem Lineal was auf den Hintern. Hatte man ein Sägeblatt zerbrochen, musste man vor die Türe. So etwas vergisst man nicht. Im Unterricht redete nur, wer sich ohne schnipsen gemeldet hatte.

Die Leibeserziehung gehörte bei vielen gar nicht zu den Lieblingsfächern. Die älteren haben sich noch in eiskalten Kellerräumen unter der Halle umgezogen und ließen die schwarze Sporthose und das weiße oder schwarze Leibchen auch beim Umziehen drunter. Dann konnte es passieren, dass man draußen laufen und bei jedem Wetter frieren musste. Und keiner hat sich beschwert. In der Halle durfte nicht getobt werden. Die meiste Zeit musste man stehen und warten, dass man zwei oder drei Mal in der Stunde dran kam. Aber dann musste man über den Bock. Wer es nicht alleine schaffte, wurde irgendwie drüber gehievt. Einmal ist ein Kind beim Durchkriechen in einer Bank steckengeblieben. Das war schlimm. Spaß haben die Spiele gemacht, am meisten war es "Völkerball", heute bekannt als Abtreffball. An Schwimmen war noch nicht zu denken. Das Hallenbad in Heli wurde erst 1973 eingeweiht.

Die Lehrerinnen und Lehrer waren viel strenger als heute. "Wer einigermaßen beliebt war, dem haben sie nie etwas getan, aber wer ein bisschen auffällig war, an dem haben sie sich auch ausgelassen. Wer einmal dran war, der hatte verschissen." An "Backpfeifen" (Schläge mit der flachen Hand auf die Backe), "Kopfnüsse" (Reiben oder Entlangfahren mit dem Fingerknöchel über die Schädeldecke), Schläge mit dem Lineal und Kreide- oder Schlüsselbundwürfe erinnern sich einige Eltern noch sehr genau. Andere Strafen waren Einträge ins Klassenbuch oder mit dem Gesicht zur Wand in der Ecke stehen. Strafarbeiten von drei oder vier Buchseiten waren keine Seltenheit. Während des Unterrichts durfte man in der Regel nicht zur Toilette, so passierte es, dass auch mal jemand unter sich machte. Die Mutter, die am ersten Tag gefragt hatte: "Wann darf ich denn wieder nach Hause gehen?", bekam von der Lehrerin zur Antwort: "Wenn ich es sage." Sie traute sich sobald nicht wieder etwas zu fragen.

Dennoch erinnern sich die Eltern an viele Lehrkräfte gerne zurück. Sie schwärmen noch heute etwa von Herrn Köhler, Herrn Liebmann, Frau Semmler und Herrn Diederich. Die Schulleiter waren große Respektspersonen, streng aber gerecht. Und wenn man um ihre kleinen Schwächen wusste, konnte man sie sogar um den Finger wickeln. Herrn Hiese etwa fragte man nach Frankreich und schon geriet er gerne ins Erzählen.

Der Schulhof ohne Spielgeräte, Sitzgelegenheiten und Rasen war nicht sehr anregend. Das Pausenbrot wurde draußen verspeist. Wer lief, musste damit rechnen, dass die Aufsicht ihn ermahnte, langsam zu gehen. Trotzdem spielte man auch "Mädchen die Jungen". Das war schwierig in der Klasse, die vier Mädchen und neunzehn Jungen hatte. "Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?" wurde gespielt. Im "Gummitwist" behaupten die Mütter viel besser gewesen zu sein als die Kinder heute. Wer einen Malstein hatte, malte "Hüppekästchen" auf. Wenn es im Winter richtig geschneit hatte, waren Gänge auf dem Hof frei geschaufelt, wo man seine Runden spazieren gehen konnte. Wenn es dann nach der Pause gongte, rannte man zu seinem bestimmten Klassenplatz, wo sich alle in Zweierreihen aufstellten und warteten, bis nach dem zweiten Gong die Lehrerin kam und ihre Klasse ins Gebäude führte. Und wehe, die Zweierreihe stand nicht richtig! Bei Regenpausen waren alle Kinder in der Pausenhalle zwischen Altbau und Mehrzweckhalle. Das war ein Lärm!

Ausflüge gab es immer in die nähere Umgebung oft auf dem Quentler Sportplatz, allenfalls einmal eine Busfahrt zur Sababurg, nach Hannoversch-Münden oder in den Kaufunger Wald.

Ach ja, da waren noch die Kinder aus dem Auguste-Förster-Haus, fünf bis sechs in einer Klasse. Das war damals ein Kinderheim. Es waren nette Kinder mit schweren Schicksalen. Sie hatten keine Eltern, oder die Eltern konnten sich nicht um sie kümmern, weil zum Beispiel die Mutter schwer krank war und der Vater es nicht schaffte. Manche waren nur kurz in Fürstenhagen. Feste Freundschaften mit diesen Kindern waren selten. Doch eine Mutter erinnert sich noch gut an ihre erste große Liebe zu einem Jungen aus dem Heim...

Unterschiedliche Erinnerungen gibt es an die Länge des Unterrichts. In manchen Klassen gab es wechselweise von 8 bis 10 oder von 10 bis 12 Uhr Unterricht. Besonders nachdem am Samstag nicht mehr Unterricht war (erst einmal im Monat, dann zwei Samstage, dann waren alle frei), war an den restlichen fünf Tagen von morgens bis mittags Unterricht. In jedem Fall waren die Unterrichtszeiten nicht so regelmäßig wie heute. Fiel der Unterricht aus, wurde man nach Hause geschickt. Froh waren die Quenteler Kinder, die eine Tante mit Telefon hatten, die sie dann abholen konnte.

Wenn Quentel zugeschneit war und der Schulbus nicht kam, durften die Kinder nach einer halben Stunde Wartezeit wieder nach Hause gehen. Gespannt hörten sie dann am nächsten Morgen Radio, ob der Unterricht etwa ausfiele. Kaum ein Fürstenhagener wurde mit dem Auto zur Schule gebracht. Laufen war für alle angesagt. Zur fünften Klasse nach Heli fuhr man in der ersten Zeit noch mit dem Zug, dem "Botenlieschen".

Wenn es im Sommer sehr heiß war, gab es Hitzefrei. Im Winter fuhr Herr Köhler mit seiner Klasse gerne auf dem Idiotenhügel Schlitten. "Und wenn er dann selber mit auf unserem Schlitten saß, das war immer ganz toll." Zum Geburtstag gab es dann immer eine lange Stracke, eine "ahle Wurst".

Nachmittags wurden die Hausaufgaben gemacht, dann ging's meistens raus in den Wald oder auf den Hof oder die Straße. Gummitwist wurde, wenn keine Freundin da war, mit der Mülltonne gespielt. Die Straße wurde mit Hüppekästchen bemalt. Kriegen und Verstecken konnte man immer und überall spielen. Es gab viel freies Gelände. Dann wurden Rollschuhe und im Winter Gleitschuhe modern. Auf vielen Straßen konnte man noch Schlitten fahren.

Die Ranzen waren braun, aus Leder, manche mit einem Reh aufgedruckt. Erst langsam wurden andersfarbige Ranzen modern. Allerdings sollen sie (oder ihr Inhalt?) leichter zu schleppen gewesen sein als die heutigen Ranzen.

"... Und dann kam die Zeit der Stinkbomben. Sie wurden auch schon mal im Klassenzimmer oder im Bus losgelassen. Dann gab es aber kein Pardon. Der Lehrer oder der Busfahrer machten kein Fenster auf. Alle mussten dann den Gestank aushalten."

Heute denken alle Eltern, die wir fragten, gerne an ihre Grundschulzeit zurück. Die Schülerinnen und Schüler haben ihnen manchmal erstaunt, manchmal belustigt, aber immer neugierig und aufmerksam zugehört und erfahren, dass sich unsere Schule mit den Jahren ganz schön verändert hat.

Ernst Storzer und die Schulzeitungs-AG zum 50jährigen Schuljubiläum 2000

 

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