Demokratie lernen und leben

Interaktion und Mediation

Alle Lehrpersonen der Schule haben an den Fortbildungen: Basistraining und Grundschulprogramm teilgenommen, einige auch am Aufbautraining.

In allen Klassen ist je eine Interaktionsstunde in der Woche eingerichtet, die die Klassenlehrerin leitet; die Stunde ist aus dem regulären Stundenkontingent umgewidmet, Schulelternbeirat und Schulkonferenz sind an dieser Entscheidung beteiligt und stützen die Maßnahme.

Die Schule hat einen Interaktionsraum eingerichtet, der von allen Klassen genutzt wird.

Die Lehrpersonen haben eine Sammlung von Interaktionsspielen angelegt, die regelmäßig ergänzt wird.

Im Umgang mit konkret auftretenden Konflikten zwischen den Schülern gibt es noch kein Verfahren; in einzelnen Klassen werden die Konfliktparteien angehalten, ihre Konflikte zu besprechen, dazu dürfen sie den Klassenraum verlassen; manchmal geben Lehrpersonen Hilfestellung.

Jede Klasse hat Klassenregeln erarbeitet.

Seit Herbst 2003 führen wir in allen Klassen Interaktionsübungen durch. 
Es sind meist Sitzkreisspiele oder auch Rollenspiele, die etwas gemeinsam haben: 
Sie fördern die Wahrnehmung der Kinder für sich selbst und andere. 
 
Der Lehrer oder die Lehrerin wird  in diesen Stunden zum Spielleiter bzw. zur Spielleiterin.  
Die Kinder mögen die Spiele, doch neben dem Spielverlauf ist die sich daran anschließende Redephase von ganz entscheidender Bedeutung. Jede Äußerung wird wichtig genommen, hat ihren eigenen Wert. Erfahrungen, Eindrücke, Gefühle können kundgetan werden. 
Hier bietet sich ein weites Übungsfeld, um  
eigene Wahrnehmungen zu äußern
Zuhören zu lernen  
einander ausreden zu lassen
andere Meinungen gelten zu lassen.
Es wird so allmählich eine Grundhaltung angebahnt, die es Kindern ermöglicht, Konflikte konstruktiver zu lösen.
Das Angebot steht nicht in Konkurrenz zum Unterricht, sondern ergänzt und unterstützt ihn. Es wirkt sich beinahe nebenbei sehr förderlich für die Klassengemeinschaft aus.
Wie sieht es konkret aus?
Eine „Interaktionsstunde“ einmal pro Woche im Rahmen des regulären Unterrichts.
 
Bei Bedarf Klärung anstehender Konflikte, z.B. durch Mediation (in Ansätzen), manchmal in Kombination mit
geeigneten Interaktionsübungen.
Durchführung durch die/den jeweilige Klassenlehrerin bzw. des – lehrers.
Beliebte Spiele: Japanisches Knobeln, Hatschipatschi, Mörderspiel
 
             Japanisches Knobeln
Drei Figuren -  Jäger, Oma, Löwe - werden pantomimisch dargestellt.
(Der Jäger gewinnt gegenüber dem Löwen.
Der Löwe gewinnt gegenüber der Oma.
Die Oma gewinnt gegenüber dem Jäger.)
Zwei Kinder, die nebeneinander sitzen, sind jeweils Darsteller.
In Kreismitte gegenüberstellen, verbeugen, SL zählt bis drei oder schnick, schnack, schnuck, dann Darstellen einer der Figuren.
Der Verlierer setzt sich, Nachbar(in) folgt.
Wer ist Hatschipatschi?
Ein Kind geht hinaus. Inzwischen wird im Stuhlkreis der Hatschipatschi bestimmt. Das Kind von draußen kommt herein und fragt die Mitspieler der Reihe nach: Wie heißt du? Diese nennen jeweils ihre Namen. Erklingt der Name Hatschipatschi, müssen sich alle umsetzen, derjenige, der in der Mitte übrig bleibt, geht wiederum hinaus
Mörderspiel
SL geht um den Stuhlkreis herum und tippt unauffällig zwei oder auch drei Kinder an, die die  Rolle des Mörders haben. Der Mörder ist keinem der restlichen Spieler bekannt. Die Mörder töten die Mitspieler durch Zublinzeln. Wer getötet ist, setzt sich auf den Boden. Nach dem 3. Opfer darf geraten werden. Ist es nicht der Mörder, wird weitergeraten. 

 

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