Interaktion und konstruktive Konfliktlösung

Die im November 1999 erstellte Schulordnung diente dazu, Schülerinnen und Schülern eine Richtschnur für ihr Verhalten zu geben und dazu, annähernd gleiche Aktionen und Reaktionen der Lehrerinnen und Lehrer zu gewährleisten.

 

Mittlerweile hat sich diese Schulordnung überholt. Sie dient noch als Grundlage zur Aufsichtsführung. Eine neue Schulordnung wurde gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern unter Einbeziehung von Hausmeister und Reinigungskräften neu erarbeitet unter den Gesichtspunkten

 

Was wünsche ich mir von den anderen für ein Verhalten, damit es mir gut geht?Was bin ich bereit dazu beizutragen, dass es auch den anderen gut geht? Wie diese Regeln in den Klassen implementiert werden wird noch erarbeitet.

 

Konflikte sind Teil jedes menschlichen Zusammenlebens, gehören also auch zum Schulleben. Wenn die Konflikte allerdings immer mehr Zeit und Raum in Anspruch nehmen und die eigentliche Arbeit – in diesem Fall das Unterrichten- behindern, ist es nötig, neue Wege zu beschreiten und nach Lösungen zu suchen.

 

Eine Hilfe fanden wir in der Einführung des Grundschulprogrammes „Konstruktive Konfliktlösung - Mediation". Mediation ist ein Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung, bei dem neutrale Dritte den Konflikt erhellen helfen und die Konfliktbeteiligten die Lösungsvorschläge selbst erarbeiten (HeLP). Ziel unserer Schule in diesem Projekt ist es, den Konflikt bei den Personen (hier Schülern) zu lassen, die ihn haben und die in eigener Verantwortung auch die Lösung finden. Die Schüler haben die Lösung ihres Problems.

 

Die Lehrkräfte fungieren als Mediator, d. h. als Gesprächsleiter. Hier ist eine neue Lehrerrolle gefragt. Der Lehrer nimmt sich zurück, mischt sich nicht in das Ergebnis ein sondern sorgt nur für den Ablauf. Ziel ist immer eine Lösung zu finden, mit der alle Konfliktparteien gut leben können. Wir sprechen von win-win-Lösungen.

 

Elemente von Interaktion und Mediation wie beispielsweise Empathie, aktives Zuhören oder das Einnehmen einer neutralen Haltung, nicht nur auf Konfliktsituationen oder Interaktionsstunden beschränkt, verbessern das gesamte Kommunikationsklima der Schule. Es ist davon auszugehen, dass Interesse, Engagement und Beteiligung der Schüler in allen Bereichen gefördert werden.

 

Eine Verhaltensänderung in Richtung Konfliktfähigkeit als Basis für faireren, offeneren, respektvolleren Umgang miteinander wird angestrebt. Dazu gibt es in jeder Klasse Eine „Interaktionsstunde" einmal pro Woche im Rahmen des regulären Unterrichts (seit Herbst 2003)Übungen zur Förderung der Wahrnehmung (optisch, akustisch und taktil)

 

Bei Bedarf Klärung anstehender Konflikte, z.B. durch Mediation (in Ansätzen), manchmal in Kombination mit geeigneten Interaktionsübungen mit Hilfe des jeweiligen Klassenlehrers/-lehrerin bzw. der Fachkraft der Interaktionsstunde. Die Eltern sind informiert, die Schulkonferenz hat zugestimmt. In wie weit diese Maßnahmen zu einem verbesserten Schul- und Lernklima führen muss noch evaluiert werden. Erste Ansätze dazu gibt es.