Link verschicken   Drucken
 

Zum flexiblen Schulanfang

Gemäß § 20 des Hessischen Schulgesetzes hat unsere Schule nach langer Vorbereitung den flexiblen Schulanfang eingerichtet: Seit Beginn des Schuljahres 2008/09 gibt es an unserer Schule zwei Klassen 1/2: Die Pinguine und die Kängurus. In beiden Klassen arbeiten und lernen Kinder der 1. und 2. Klasse gemeinsam. Die folgenden Gedanken haben das Kollegium zu diesem Entschluss geführt:

 

Unsere Devise: Umdenken

  • Wir können nicht allen Kindern zur gleichen Zeit das Gleiche beibringen und davon ausgehen, dass sie dabei auch das Gleiche lernen. Wir müssen uns auf das Wissen und Können des einzelnen Individuum einstellen, und ihm von da aus die Anforderungen und Möglichkeiten aufzeigen weiter zu kommen.
  • Das Schlagwort heißt „Differenzierung“.
  • Jeder arbeitet an der Stelle, wo es für ihn vorwärts geht.
  • Wir wissen, dass unsere Aufgabe, unsere Rolle als Lehrkräfte im Unterricht eine andere wird und die Änderung mit viel Arbeit verbunden ist.
  • Wir nehmen dieses auf uns, weil wir überzeugt sind, den richtigen Weg einzuschlagen.
  • Alle unsere Fortbildungen sind darauf ausgerichtet, einen solchen differenzierten Unterricht zu gestalten.

 

Leitgedanke unserer Schule

  • Wir wollen, dass alle Kinder, die unsere Schule besuchen, in einer positiven Atmosphäre lernen können. Das bedeutet für uns:
  • Umgang in gegenseitiger Achtung und Akzeptanz
  • Selbstständiges Lernen und Arbeiten in eigener Verantwortung
  • Anstrengungen bewältigen
  • Mit Konflikten konstruktiv umgehen
  • Demokratische Strukturen mit Rechten und Pflichten

 

Umgestaltung des Unterrichts

  • Eigenständiges Lernen
  • Wir lernen Methoden kennen, die jeder zum eigenständigen Lernen braucht.
  • Material steht bereit.
  • Es ist Zeit genug da.
  • Es wird mit Partnern und in Gruppen gearbeitet.

  • Jeder weiß, wo bzw. wie er sich Hilfe holen kann.
  • Jeder lernt, für seine Arbeit und die Darbietung seiner Ergebnisse Verantwortung zu übernehmen.

 

Aufnahme aller Kinder

  • Alle Kinder, die das Schulpflichtalter erreicht haben, werden bei uns eingeschult.
  • Auch die sogenannten „Kann-Kinder“ haben bei uns ihren Platz.
  • Alle lernen in zwei parallelen Gruppen jahrgangsgemischt.
  • Sie können diese Phase je nach individueller Notwendigkeit in 1, 2 oder 3 Jahren durchlaufen und dann in das 3. Schuljahr wechseln, ohne eine Klasse übersprungen zu haben, oder sitzen geblieben zu sein.

 

Lernen ist soziales Lernen

  • Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nicht dadurch, dass er lernen kann, sondern dadurch, dass er dieses in sozialen Zusammenhängen tut und sich mit anderen über das Gelernte und den Sinn des Lernens austauschen kann
  • Für die Jüngeren bedeutet dieses natürlich zunächst insofern eine Bereicherung, als sie die Erfahrungen und die Hilfe der Älteren in Anspruch nehmen können.
  • Es ist aber auch für die Erfahrenen eine tolle Chance, ihr Wissen, ihre Erfahrungen weitergeben zu können, nicht nur aus Wohltätigkeitsgründen.

 

Lernen durch Lehren

  • Es ist erwiesen und wesentlicher Bestandteil des sozialen Lernens, dass das Gelernte um so besser durchdrungen und gemerkt wird, je mehr seine freie Wiedergabe eingefordert wird: Lernen durch Lehren.
  • In den Schulabschlussprüfungen nehmen eigenständige Präsentationen von Gelerntem zu Recht einen hohen Stellenwert ein.
  • Wie können wir unsere Kinder besser darauf vorbereiten, als wenn wir sie von Anfang an dazu anhalten, das Gelernte auch „rüberzubringen“, und zwar vor jemandem, der es wirklich wissen will, weil er auch davon profitiert?

 

Wie gehen wir miteinander um?

  • Im herkömmlichen lehrerzentrierten Unterricht ist die Art des Umganges mit den Klassenkameraden scheinbar kaum lernrelevant. Hauptsache, die Schülerinnen und Schüler stellen ihre Lehrerin, ihren Lehrer und ihre Eltern zufrieden. Und bei Konflikten erzählten sie eben, der andere sei ja Schuld, er habe angefangen.
  • Nun wird der Klassenkamerad zum Lernpartner. Ich gebe und erfahre Hilfe – und vor allem merken wir, dass wir gemeinsam viel mehr schaffen.
  • Ich lerne meine Gegenüber kennen, achten und schätzen.
  • Im besten Falle können wir einander vertrauen und teamfähig werden.
  • Natürlich wird es auch oder gerade durch die enge Zusammenarbeit Konflikte geben. Deshalb muss ich auch lernen, wie ich mich in Konflikten verhalten kann.

 

Kommunikation lernen

  • Wir wollen Konflikte nicht mit Gewalt austragen.
  • Also müssen wir lernen, miteinander zu reden, uns mit Worten auseinandersetzen, unsere Interessen zu vertreten, Absprachen zu treffen, Regeln zu vereinbaren u.v.m.
  • Dazu gilt es, miteinander Gesprächsregeln zu vereinbaren und einzuhalten. (Zuhören, den anderen akzeptieren, ohne Beleidigungen auszukommen, den anderen direkt ansprechen...)
  • Im Klassenrat haben wir die Gelegenheit unsere Anliegen anzusprechen, in der Interaktionsstunde lernen wir die Regeln spielerisch.